AUDI Betriebsrat will Garantien

AUDI Betriebsrat will Garantien

Betriebsrat will Garantien zur Auslastung und Absicherung der Heimatstandorte

Rainer Schirmer, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am Audi-Standort Neckarsulm, hat am Donnerstag auf der Betriebsversammlung zur Sachlichkeit aufgerufen: Das Ringen um die richtigen Weichenstellungen für Audi müsse auf verlässlichen Fakten basieren, die Zukunft aller Audianer sicherstellen und verbindliche Zusagen für die einzelnen Werke liefern.

Die Versammlungshalle am Audi-Standort Neckarsulm war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gleich zu Beginn schwor Rainer Schirmer die Neckarsulmer Belegschaft darauf ein, sich nicht von den aktuellen Diskussionen um geplante Sparmaßnahmen des Vorstands verunsichern zu lassen: „Bevor wir bereit sind, den Gürtel enger zu schnallen, müssen erst mal die Fakten auf den Tisch“, sagte der stellvertretende Vorsitzende vor über 3.200 Audianern. „Unsere aktuelle Misere ist nicht von den Beschäftigten verursacht, sondern dadurch, dass die Unternehmensleitung ein klares Konzept aus den Augen verloren hat“, sagte Schirmer. 

Eine neue Strategie des Vorstands müsse neben dem Wort „Sparen“ auch die Worte „Investition“ und „Unternehmensbeitrag“ beinhalten. Das gelte vor allem für die deutschen Standorte. „Und wenn etwas vereinbart wird, dann muss das Ergebnis vom Unternehmen umsetzbar sein. Ein Vertrag ist ein Vertrag und dieser ist ernst zu nehmen“, betonte Schirmer in Richtung des Vorstands. Fakten und Verantwortung müssten die Taktgeber für den Weg von Audi in die Zukunft sein.

Bisher fehle es an verhandelbaren Sachständen und klaren Vorstellungen zur Rolle der deutschen Audi-Standorte. Vielmehr deuteten die strategischen Prioritäten des Vorstands derzeit darauf hin, dass die Zukunft von Audi in China liegen solle. „Die Fokussierung und Abhängigkeit von einem Markt ist weder betriebswirtschaftlich sinnvoll, noch strategisch klug und erst recht nicht Vertrauen stiftend“, kritisierte Schirmer. In Zeiten eines viel beschworenen Aufbruchs gelte es, die Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. 

Am Standort Neckarsulm gehe es vor allem um ein realistisches Auslastungsszenario für die nächsten zehn Jahre. „Um den Standort gut aufzustellen, braucht es die Einrüstung von Elektroantrieben und ein Q-Modell“, sagte Schirmer. Die Technische Entwicklung benötige zukunftsweisende Projekte und stärkere regionale Allianzen. 

Positive Worte gab es für den ersten Vorstandstag in Neckarsulm. Zwar gebe es noch keine konkreten Ergebnisse, der Vorstand habe aber erkannt, dass die Entscheidungskompetenzen für den Standort stärker vor Ort gebündelt werden müssen. Außerdem habe die Brennstoffzellenmannschaft den Vorstand vom Potenzial des Brennstoffzellenantriebs überzeugt. Mehr Kapazitäten seien die positive Folge. „Für uns als Betriebsrat geht das allerdings noch nicht weit genug. Zur Sicherung unserer Beschäftigung über die Verbrenner hinaus, wollen wir am Standort auch das erste Q-Modell auf Basis der Brennstoffzelle entwickeln und bauen“, erklärte Schirmer. 

Audi-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Wendelin Göbel betonte, das Unternehmen und seine Beschäftigten müssten sich neuen Realitäten stellen, die auch Einschnitte mit sich bringen würden. „Wir müssen Audi zukunftssicher aufstellen, besser werden und uns verändern – konsequent, ehrlich und transparent“. Der Audi Transformationsplan sei dabei die Basis für einen erfolgreichen Wandel, etwa mit der aktuellen Produktoffensive. Transformation erfordere vor allem Flexibilität, um wirtschaftlich zu bleiben, sagte Göbel. Der Arbeitsdirektor bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Mitarbeitern und Betriebsrat für die Regelungen, die bereits erreicht worden sind. Bis zum Frühsommer will das Unternehmen den Kurs für einen gemeinsamen Pakt „Audi.Zukunft.“ setzen: „Wir bauen bei allen Entscheidungen auf eine gemeinsame Lösung. Zusammen werden wir den Wandel schaffen“. 

Quelle: AUDI AG
Foto: © CMS-MEDIEN.EU

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